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5 häufige Fehlerquellen beim Faszientraining


Faszienrolle

Die Faszienrolle gehört in nahezu jedem Fitnessstudio bereits zur Grundausstattung. Viele Privathaushalte investieren ebenfalls in das vergleichsweise günstige Trainingsgerät. Die Handhabung der Schaumstoffrolle ist kinderleicht, vorausgesetzt, die Übungen werden nach Anleitung absolviert. Durch die Faszienrolle werden unterschiedliche Elemente miteinander kombiniert.

Es sind federnde Abläufe, die aus unterschiedlichen Gymnastikübungen bekannt sind, ebenso wie Elemente aus fernöstlichen Kampfsportarten sowie Yoga. Die Bewegungen sind zwar aus wissenschaftlicher Sicht nicht neu. Allerdings ist das Trainieren des Bindegewebes eine sinnvolle Ergänzung für weitere Sportübungen. Die Durchblutung wird gefördert, Schmerzen werden gelindert und der Organismus wird präventiv gestärkt. Voraussetzung ist allerdings, dass die Faszienrolle richtig genutzt wird.

Werden die Übungen hingegen falsch angewendet, werden Verspannungen und Muskelschmerzen nicht gelöst, sondern intensiviert. Es ist auch nicht auszuschließen, dass durch eine Fehlanwendung etwaige Verletzungen verursacht werden können. Beim Training mit der Faszienrolle sollten daher einige grundlegende Fehler vermieden werden.


Fehler Nr. 1: Zu lange und zu hektische Trainingseinheiten

Die Faszienrolle sollte niemals mit zu hektischen und aggressiven Bewegungen bewegt werden. Dadurch würde zu viel Druck auf die Muskulatur und das Gewebe aufgebaut werden. Oftmals hält sich hartnäckig das Gerücht, dass Trainingseinheiten weh tun müssen. Nur wenn der Körper am nächsten Tag mit einem Muskelkater fortbewegt wird, war das Training tatsächlich erfolgreich. Dies ist bei der Nutzung der Faszienrolle ein großer Irrtum. Wer beispielsweise einen Pizzateig ausgerollt, wird ziemlich schnell feststellen können, dass der Teig bei zu hektischen Bewegungen zerreißt. Es ist nicht der Druck, der bei einer Faszienrolle optimale Trainingsergebnisse liefert, sondern vielmehr die Technik.

Kommt es nach dem Training zu Schmerzen, spricht dies in den meisten Fällen für einen fehlerhaften Gebrauch der Faszienrolle. Der Druck sollte daher immer feinfühlig aufgebaut werden. Ebenso sollte das Training mit der Faszienrolle nicht zu lang praktiziert werden. Die Zeit ist ein sekundärer Faktor für ideale Erfolge. Primär kommt es hierbei auf die Frequenz an, mit der das Training begangen wird. Sinnvoller ist es daher, die Faszienrolle regelmäßig einzusetzen, wobei pro Trainingseinheit etwa 15-20 Minuten vollkommen ausreichend sind, um den gesamten Körper zu trainieren. Werden die Übungen hingegen um ein Vielfaches verlängert, können zusätzliche Schmerzherde entstehen.

Curiba Faszienrolle

Fehler Nr. 2: Die Faszienrolle wird zu schnell gerollt:

Bei der Verwendung einer Faszienrolle sollte der Versuchung widerstanden werden, die einzelnen Übungen besonders schnell abzuarbeiten. Prinzipiell wird in kürzester Zeit ein vergleichsweise großer Muskelanteil trainiert. Allerdings bleibt bei einem zu schnellen Training der erwünschte Effekt auf der Strecke. Die Muskulatur und das Gewebe müssen sich tagtäglich neu an den Druck gewöhnen dürfen. Es handelt sich bei Faszien um ein faserartiges und zähes Gewebe, das einzelne Triggerpunkte hat. Ein schnelles Auf- und Abrollen mit der Faszienrolle kann dieses Spinnennetz nicht optimal aktivieren. Es ist auch nicht notwendig, dass die gesamte Muskulatur bearbeitet wird.

Stattdessen sollten die einzelnen Körperpartien langsam erforscht werden, um die signifikanten Punkte ausfindig zu machen. Sobald diese gefunden sind, haben langsame Bewegungen einen viel größeren Effekt. Eine Verspannung entsteht punktuell, ebenso wie Schmerzen. Es ist daher nicht sinnvoll, den gesamten Muskelapparat lockern zu wollen. Durch den langsamen Einsatz wird die jeweilige Körperregion besser mit Blut versorgt, was letztendlich zur Entspannung der Muskeln führt. Ziel ist die höhere Mobilität und eine verbesserte Beweglichkeit, die mit zu schnellen Bewegungen hingegen eingeschränkt wird.


Fehler Nr. 3: Die Körperhaltung wird beim Training vernachlässigt

Dreh- und Angelpunkt jeder Trainingseinheit mit der Faszienrolle ist die richtige Körperhaltung. Der Anwender sollte bei den unterschiedlichen Übungen in der Lage sein, den Körper in der entsprechenden Position zu halten. Es ist nicht erforderlich, dass ein enormes Gewicht mit dem Körper gestemmt werden kann. Sollen exemplarisch die inneren Oberschenkel oder der vordere Oberschenkel mit der Faszienrolle effizient bearbeitet werden, sollte die Liegestützposition für wenige Sekunden eingenommen werden können.

Mit der Zeit entwickelt sich der Gleichgewichtssinn bei regelmäßigem Training zum Positiven. Es ist nicht erforderlich, dass mit der Faszienrolle bereits zu Beginn sämtliche Übungen absolviert werden können. Sie eignet sich hervorragend für Anfänger, die die unterschiedlichen Trainingsübungen sukzessive erweitern können. Möglicherweise ist es für das Training sinnvoll, dass eine andere Person hinzugezogen wird. Diese kann nicht nur selbst mit der Faszienrolle trainieren, sondern achtet auch auf eine optimale Körperhaltung.

Der Vorteil besteht darin, dass sie bei Bedarf unmittelbar eingreifen kann. Sollte eine zweite Person beim Training nicht zur Verfügung stehen, ist es empfehlenswert, einen Spiegel zu nutzen. Auf diese Art und Weise erkennt der Trainierende selbst, ob er eine falsche Körperhaltung bei der jeweiligen Übung einnimmt. Alternativ kann auch eine Videokamera das Trainingsergebnis festhalten, um später umfassend analysiert zu werden.


Fehler Nr. 4: Die Schmerz- und Verspannungspunkte werden direkt bearbeitet

Die Faszienrolle soll bei Schmerzen und Verspannungen die gewünschte Linderung bringen. Häufig verfallen Trainierende allerdings dem Irrglauben, dass die entsprechenden Stellen direkt mit der Schaumstoffrolle behandelt werden müssen. Dies ist deswegen ein Irrtum, weil Schmerz und Ursachen häufig durch zwei unterschiedliche Körperpunkte bedingt werden. Teilweise verbindet die Muskulatur mehrere Körperregionen miteinander. In der Hoffnung, dass die Schmerzen und Verspannungen aufgelöst werden können, werden sie nunmehr direkt überrollt.

Der gewünschte Effekt kann dabei gar nicht eintreten. Es ist vielmehr zu erwarten, dass der Verspannungs- oder Entzündungsherd durch die Behandlung zusätzlich aktiviert wird. Die Folge ist, dass noch größere Schmerzen dadurch verursacht werden. Es ist folglich immer darauf zu achten, dass die Bewegungen bei Schmerzen in dem Umfeld des Herdes durchgeführt werden. Eine indirekte Behandlung bietet weitaus mehr Vorteile und schadet dem Körper nicht noch zusätzlich. Der Radius kann sukzessive erweitert werden, um großflächige Ergebnisse zu erzielen.


Fehler Nr. 5: Der Lendenwirbelbereich wird schwungvoll ausgerollt

Im Bereich der Lendenwirbelsäule sind keine anatomischen Schutzzonen vorhanden. Es ist alleine die Muskulatur, die die Wirbelsäule vor äußeren Einflüssen schützen muss. Wer nunmehr diesen Bereich mit einer Faszienrolle intensiv trainiert, fördert unter Umständen eine Verhärtung der Muskulatur. Dies gilt insbesondere für Menschen, die bislang wenig Trainingserfahrung haben. In diesem Fall kennt die Muskulatur an der Lendenwirbelsäule die neuartige Belastung noch gar nicht.

Das Training verläuft daher kontraproduktiv, da die einzelnen Körperstellen, die mit einer Faszienrolle trainiert werden sollen, stets entspannt sein sollten. Des Weiteren könnte die direkte Anwendung an der Lendenwirbelsäule die einzelnen Wirbelfortsätze angreifen, sodass Schäden prinzipiell nicht ausgeschlossen werden können. Effektiver und sinnvoller ist es daher, die angrenzenden Muskelbereiche mit der Faszienrolle zu stärken. Bei der Brustwirbelsäule müssen Sportler hingegen keine Bedenken haben. Neben der Muskulatur schützen auch die Schulterblätter diesen Bereich.


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